Praxis für Komplementärmedizin
Dr. scient. med. Esther Granitzer MSc

Praxis-News 41 - Mai 2014

Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, aber jeder Augenblick ist ein Geschenk (alte Weisheit).

Es freut mich sehr, ihnen heute die 41. Praxis-News-Ausgabe mit folgenden Themen vorstellen zu können:

Artikel:       -Olibanum indicum: indischer Weihrauch

Flyer:         -Akupunktur im Zentrum

                   -Triathlon-Physio

Ich möchte sie noch darauf hinweisen, dass die komplementärmedizinische Praxis Granitzer vom Mittwoch 28. Mai 2014 bis und mit Pfingstmontag 09. Juni 2014 geschlossen ist.

Ab Dienstag 10. Juni 2014 bin ich wieder für sie erreichbar.

Eine wunderschöne Frühlingszeit wünscht ihnen:

Ihre Esther Granitzer MSc, Praxis für Komplementärmedizin

 

Olibanum indicum: indischer Weihrauch

(Teilauszug aus Phytotherapie Nr. 1, 2007 / Prof. Dr. sc. nat. Beat Meier, www.smgp.ch)

Weihrauch heute

Weihrauchzubereitungen werden schon seit Tausenden von Jahren verwendet. In den alten Texten der Charaka-Samhita des Ayurveda (ca. 7. Jahrhundert v.Chr.) wird die Heilwirkung des Weihrauch-Harzes als kühlend (Pitta reduzierend) beschrieben, weshalb dieses Phytotherapeutikum damals schon gegen Entzündungen eingesetzt wurde.

Seit einigen Jahren ist das allgemeine Interesse an Weihrauch stark gestiegen, was zu einem grösseren Angebot an entsprechenden Präparaten führte. Eines der bekanntesten, als Arzneimittel zugelassenes Präparat dürften die H15-Tabletten sein, welche von der Firma Gufic aus dem Extrakt aus Boswellia serrata hergestellt werden.

Die therapeutisch wichtigsten Inhaltsstoffe des Weihrauchs stellen die gattungsspezifischen Boswelliasäuren dar, obwohl das Harz ein Vielstoffgemisch ist und über 200 Inhaltsstoffe identifiziert wurden (Kreck C., Saller R. 1999). Deshalb ist wohl auch die synergistische Wirkung der einzelnen Komponenten zu beachten, was vermutlich wiederum der Grund ist, weshalb mit Weihrauchextrakten in der Regel bessere Resultate erzielt werden, als mit isolierten Boswelliasäuren. In unterschiedlichen Studien konnte gezeigt werden, dass Boswelliasäuren die 5-Lipoxygenase (ein Schlüsselenzym) hemmt, welche massgeblich an der Entwicklung von Entzündungsreaktionen beteiligt ist (Safayhi H. et al. 1992, Sailer E.R. et al. 1996).

Daher ist Weihrauch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (u.a. Arthrose, Polyarthritis, Gicht, Spondylosen, Weichteilrheumatismus, Kollagenosen) hilfreich. Zudem weisen Chopra et al. (2000) nach, dass Anwendungen von Weihrauch bei Rheumatoider Arthritis eine Reduktion der Gelenkschwellungen bewirken und Kimmatkar et al. (2003) konnten Verbesserungen bei Knie-Osteoarthritis feststellen.

Ein weiteres Therapiegebiet von Boswellia serrata sind entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn (Gerhardt H. et al. 2001).

Aber auch bei Psoriasis (Schuppenflechte) und bei chronischem Asthma bronchiale konnten mit Weihrauchextrakt signifikante Erfolge erzielt werden (Gupta I. et al. 1998).

Syrovets et al. wiesen zudem in einer Studie im Jahre 2000 nach, dass Boswelliasäuren auch einen Antitumoreffekt aufweisen und Zirbel et al. (2004) und Janssen et al. (2000) konnten mehrfach klinisch beobachten, dass Weihrauchpräparate bei Hirntumoren die Bildung des charakteristischen Ödems (Schwellung) verhindern.

Weitere In-vitro-, aber auch In-vivo-Studien sind wünschenswert!

Chopra A., Lavin P., Patwardhan B., Chitre D. (2000): Randomized double blind trial of an ayurvedicplant derived formulation for treatment of rheumatoid arthritis, J Rheumatol 27 (6): 1365–1372.

Gerhardt H., Seifert F., Buvari P., Vogelsang H., Repges R. (2001): Therapie des aktiven Morbus Crohn mit dem Boswellia-serrata-Extrakt H15, Z Gastroenterol, 39: 11–17.

Gupta I., Gupta V., Parihar A., Gupta S., Ludtke R., Safayhi H., Ammon H.P. (1998): Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with bronchial asthma: results of a double-blind, placebocontrolled, 6-week clinical study, Eur J Med Res 3: 511–514.

Janssen G., Bode U., Breu H., Dohrn B., Engelbrecht V., Gobel U. (2000): Boswellic acids in the palliative therapy of children with progressive or relapsed brain tumors, Klin Pediatr 212 (4): 189–195.

Kimmatkar N., Thawani V., Hingorani L., Khiyani R. (2003): Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee – a randomized double blind placebo controlled trial, Phytomedicine, 10 (1): 3–7.

Kreck C., Saller R. (1999): Phytopharmaka fremder Kulturkreise beziehungsweise Medizinsysteme am Beispiel des indischen Weihrauchs, Versicherungsmedizin 51 (3): 122–127.

Safayhi H., Mack T., Sabieraj J., Anazodo M.I., Subramanian L.R., Ammon H.P. (1992): Boswellic acids: novel, specific, nonredox inhibitors of 5-lipoxygenase, J Pharmacol Exp Ther 261: 1143–1146.

Sailer E.R., Subramanian L.R., Rall B., Hoernlein R.F., Ammon H.P., Safayhi H. (1996): Acetyl-11-keto-_-boswellic acid (AKBA): structure requirements for binding and 5-lipoxygenase inhibitory activity, Br J Pharmacol 117: 615–618.

Syrovets T., Büchele B., Gedig E., Slupsky J.R., Simmet T. (2000): Acetyl-boswellic acids are novel catalytic inhibitors of human topoisomerases I and IIa, Mol Pharmacol, 58: 71–81.

Zirbel R., Fernando R.C., Tuschen-Bürger E., Sahinbas H. (2004): Afrikanischer Weihrauch – Boswellia carterii, EHK 53: 356–363.

100 Weihrauchextrakt-Tabletten H15 von Gufic können zum Preis von Fr. 73.60 in der Praxis Granitzer bezogen werden.