Praxis für Komplementärmedizin
Dr. scient. med. Esther Granitzer MSc

Praxis-News 43 - Mai 2015

Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt und wo ihr’s packt, da ist’s interessant (Johann Wolfgang von Goethe).

 

Es freut mich sehr, Ihnen heute die 43. Praxis-News-Ausgabe mit folgenden Themen vorstellen zu können:

 

Artikel:       - Über Pillen nur Gutes

                   - Urtica-Sambucus – Heuschnupfen war gestern

 

Ich möchte Sie noch darauf hinweisen, dass die komplementär-medizinische Praxis Granitzer vom Auffahrts-Donnerstag 14. Mai bis und mit Pfingstmontag 25. Mai 2015 geschlossen ist.

Ab Dienstag 26. Mai 2015 bin ich wieder für Sie erreichbar.

Eine wunderschöne Frühlingszeit wünscht Ihnen:

Ihre Esther Granitzer MSc, Praxis für Komplementärmedizin.

 

Über Pillen nur Gutes (Teilauszug aus: Beobachter 2/2014, S.32)

Pharmafirmen publizieren oft nur Studien, in denen ihre Medikamente gut wegkommen. Die Schweiz hat die Chance für mehr Transparenz jedoch leider verpasst. Das seit 2014 in Kraft getretene Humanforschungsgesetz bietet die Möglichkeit Studien in einer Datenbank zu hinterlegen. Da jedoch der mächtige Branchenverband Interpharma gegen eine Veröffentlichung von Studienresultaten opponierte, bleiben die Resultate der Studien unter Verschluss.

Am 27. Februar 2013 publizierte das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic auf seiner Website einen kaum beachteten Brief. Die Pharmafirma Pfizer informierte darin die Ärzte, bei der Behandlung von Patienten mit leichter oder mittelschwerer Depression sei kein Unterschied zwischen dem Medikament Edronax und einem Placebo festzustellen. Zwischen den Zeilen gestand Pfizer damit ein, dass man nur diejenigen Studien eingereicht hatte, die für die Marktzulassung des Medikaments sprachen. Dabei sind die Nebenwirkungen des Antidepressivums alles andere als harmlos: Herzrasen, aggressives Verhalten und Suizidgedanken.

Swissmedic hatte die Pfizer-Unterlagen beim Zulassungsgesuch als vollständig akzeptiert. Anschliessend nahm Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi nur noch im Konjunktiv Stellung: „Würde ein Hersteller dem Institut wesentliche negative Daten verheimlichen, wäre dies gesetzeswidrig und Swissmedic müsste verwaltungsrechtliche oder gar strafrechtliche Massnahmen prüfen“.

Nur die Hälfte der Studien wird publiziert

Dass Pharmafirmen nicht alle Studien publizieren, hat System. Auch beim Roche-Grippemittel Tamiflu kritisieren Ärzte und Forscher seit Jahren, dass nicht alle Daten zugänglich seien. Der britische Arzt und Publizist Ben Goldacre („Die Pharmalüge“) erklärte dazu in der britischen Tageszeitung „The Guardian“: „Ärzte wie ich können unmöglich fundierte Entscheidungen über die beste Behandlungsart treffen, wenn die Informationen derart verfälscht sind“.

Nun kommt auch Kritik aus unverdächtiger Quelle. Die renommierte britische Medizinzeitschrift „The Lancet“ schreibt, es würde nur etwa die Hälfte aller medizinischen Studien publiziert, wobei bei Studien mit positiven Resultaten die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung doppelt so hoch sei, wie bei solchen mit negativen Resultaten. Dadurch könne es zu wirkungslosen oder sogar schädlichen Medikamentenanwendungen kommen.

Bei Tamiflu stellte die Cochrane Collaboration (ein weltweites Netz von Wissenschaftlern und Ärzten) fest, dass einzig die Dauer von Grippesymptomen um einen halben Tag verkürzt werden kann. Dass Tamiflu einen Einfluss auf die Komplikationsrate, oder auf die Anzahl Spitaleinweisungen hat, dafür gibt es keine Belege. Interessanterweise steht jedoch auf dem Beipackzettel: Dank Tamiflu „entwickelt sich die Grippe nicht zum akuten Stadium weiter und die Komplikationen lassen sich vermeiden“.

 

Urtica-Sambucus – Heuschnupfen war gestern (Teilauszug aus dem Ceres-Arzneimittelkompendium)

Die Bestandteile von Urtica-Sambucus comp. sind aufgrund ihrer Entsprechung mit verschiedenen wesenhaften Aspekten bei Allergien zusammengestellt.

 

1. Urtica dioica (Brennessel): Wesen = Aggression

Eine Allergie ist ein aggressives Geschehen, denn die Allergene werden mit grosser Heftigkeit bekämpft. Natürlich richtet sich die Aggression letztendlich gegen sich selbst. Es besteht die Meinung, Allergien seien die Folge nicht zugelassener Aggression, deren Energie sich nach innen entlädt.

 

2. Carduus marianus (Mariendistel): Wesen = Abgrenzung

Eine Allergie ist auch eine Abgrenzungsschwäche. Der Organismus kann sich gegenüber Fremdkörpern nicht auf angemessene Weise abgrenzen, so dass es zu einer überschiessenden Abwehr kommt.

 

3. Millefolium (Schafgarbe): Wesen = Unterscheidungsvermögen

Allergene sind Substanzen, die für den Organismus keine reelle Bedrohung darstellen. Das Immunsystem müsste sie nicht als potentiell gefährlich beurteilen. Es liegt also ein Mangel an Unterscheidungsvermögen vor.

 

4. Geranium robertianum (Storchenschnabel): Wesen = Ziehen, Reinigen, Vermittlung zwischen pflanzlicher (vegetativer) und tierischer (emotionaler) Ebene.

Die Allergie kann als Symptom einer ungelösten Aggressionsproblematik aufgefasst werden, die sich von der psychischen auf die körperliche Ebene verlagert. Geranium seinerseits hat u.a. die Wesenseigenschaft, Prozesse von der pflanzlich-vegetativen auf die tierisch-emotionale Ebene zu ziehen. Damit wird die Umkehr des Weges, der zur Allergie geführt hat, ermöglicht.

 

5. Sambucus nigra (Schwarzer Holunder): Wesen = Vollendung, Reifung

Die anhaltend entzündlichen Symptome des Heuschnupfens zeigen an, dass es sich um einen unvollendeten Wärmeprozess handelt, der nicht zum Abschluss kommen kann. Sambucus schliesst den Prozess ab und führt zur Ausheilung. Er ist neben Urtica die wesentlichste Komponente, weshalb Sambucus in höherer Verdünnung enthalten ist.

 

Anwendungsgebiete

Heuschnupfen, Allergien

 

20ml Urtica-Sambucus comp. Tropfen können zum Preis von Fr. 18.35 in der Praxis für Komplementärmedizin Granitzer bezogen werden.