Praxis für Komplementärmedizin
Dr. scient. med. Esther Granitzer MSc

Die „Hering’sche Regel“ gilt nicht nur in der Homöopathie

Esther Granitzer, 16. April 2011

 

Facharbeit Regulationsbiologie

Masterstudium MSc für komplementäre, psychosoziale und integrative Medizin

 

Charakteristische Symptomverläufe nachhaltiger Heilung. Auftreten und einander Ablösen von Symptomen als Heilungszeichen.

 

Die „Hering’sche Regel“ gilt nicht nur in der Homöopathie.

 

Einleitung

In dieser Facharbeit beziehe ich mich auf die „Hering’sche Regel“, welche im Regulationsbiologie Lernfeld 02 im Hauptteil auf den Seiten 6 und 7 erwähnt wird. Constantin Hering entdeckte, dass die Heilung bei einer homöopathischen Behandlung „von oben nach unten, von innen nach aussen, von wichtigen zu unwichtigen Organen und in umgekehrter Richtung ihres ursprünglichen Auftretens“ verlaufen sollte, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen (Regulationsbiologie LF 02, 2011). Die „Hering’sche Regel“ wird heute neben dem Similegesetz zu den wichtigsten homöopathischen Prinzipien gezählt, hat jedoch auch auf anderen Gebieten eine grosse Bedeutung.

 

Hypothese

Die „Hering’sche Regel“ gilt nicht nur in der Homöopathie.

 

Methoden

-berufliche Kompetenz

-Internetrecherche

-Literaturrecherche

 

Ergebnis

Der deutsch-amerikanische Arzt Dr. med. Constantin Hering (1800 – 1880) entdeckte, dass während einer homöopathischen Heilung charakteristische Abläufe der Reaktionen auftreten müssen, um eine nachhaltige Gesundung zu erzielen. Dieses von Hering entdeckte Prinzip der Heilreaktion „von innen nach aussen, von oben nach unten, von wichtigen zu unwichtigen Organen und in umgekehrter Reihenfolge ihres ursprünglichen Auftretens“ wurde dann später die „Hering’sche Regel“ genannt und zählt heute zu den Leitgesetzen der Homöopathie (Wikipedia, 2011). Dieses Gesetz gilt jedoch nicht nur in der Homöopathie, sondern auch in anderen komplementären Disziplinen, in der allgemeinen Medizin, in der Religion, usw. finden sich entsprechende Hinweise.

Schon in der Bibel wird beschrieben, dass von „innen nach aussen“ oder von „oben nach unten“ geheilt wurde. So geschah es einer Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt. Sie war bei den verschiedensten Ärzten und hatte viele Behandlungen über sich ergehen lassen, aber ihr Leiden wurde nur noch schlimmer. Als diese Frau jedoch Jesu Gewand heimlich berührte, stoppte die Blutung plötzlich und sie war gesund. Jesus drehte sich nach der Glücklichen um und sagte zu ihr: „Meine Tochter, dein Vertrauen hat dir geholfen. Gehe in Frieden und sei frei von deinem Leiden“ (Markus 5,25). Oder bei Jakobus 5,15 heisst es über die Heilung eines Gekrümmten: „Das vertrauensvolle Gebet wird dem Kranken helfen und der Herr wird ihn wieder aufrichten“ (Gute Nachricht Bibel, 2000).

Auch eine tiefe Wunde muss „von innen nach aussen“ heilen, um sich dauerhaft schliessen zu können. Wäre dies nicht der Fall und es kämen Bakterien und andere Keime in die Wunde, könnte sich ein schlimmer Abszess oder ähnliche Komplikationen entwickeln, welchen dann unter Umständen sogar chirurgisch begegnet werden müsste.

Eine klassische Reaktion gemäss „Hering’scher Regel“ zeigte auch Susanne J. (Jahrgang 1958), die über postoperative Schmerzen in der linken Schultergegend klagte. Nach einer eingehenden Besprechung mit der Patientin und einer Untersuchung der operierten Schulter entschloss ich mich zu einer manuellen Narbenentstörung mittels Akupunktur-Massage-Technik. Das Resultat war überzeugend, denn die Schulterschmerzen verschwanden sofort. Was die Patientin jedoch neu beklagte, waren nun Schmerzen an der Episiotomie-Narbe. Da ich Dammschnittnarben nicht manuell behandle, empfahl ich Susanne J. die Dammgegend mit einer energetischen Narbencrème zu massieren. Was die Patientin mir in der darauffolgenden Sprechstunde erzählte, war wiederum beispielhaft. In der Nacht, nach dem ersten Eincrèmen, erlebte die Patientin die Geburt ihres Sohnes nochmals im Traum und zwar sehr real und in allen Einzelheiten. Dieses Ereignis ermöglichte Susanne J. dann aber in Folge verschiedene Bedenken und Ängste, die sie im Zusammenhang mit ihrem Sohn hatte, endlich loslassen zu können.

Interessant war auch die Heilreaktion der Patientin Rosy A. (Jahrgang 1965), welche vor 4 Wochen zur Erstbehandlung in meine Praxis kam. Sie klagte über eine Erschöpfungsproblematik, welche sich auch sehr deutlich im Ganzkörper-Energiescreening zeigte. In der gleichen Sitzung behandelte ich die Patientin mit einer Bioresonanz-Therapie, um die blockierten Energien wieder zum Fliessen zu bringen. Eine Woche später kam die zweifache Mutter und ehemalige Volleyballspielerin wieder in die Sprechstunde und berichtete, dass sie sich schon energiegeladener und besser fühlen würde, neu spüre sie nun jedoch einen Schmerz am linken Fussgelenk – vor über 15 Jahren hatte die Patientin am selben Fuss eine OSG-Fraktur erlitten. Als die Patientin letzte Woche wiederum in die Behandlung kam, war der Fussgelenkschmerz links kein Thema mehr und Rosy A. fühlte sich rundum wohl.

 

Diskussion

An diesen verschiedenen Beispielen ist klar zu erkennen, dass das Auftreten einer bestimmten Abfolge von Symptomen oder Heilreaktionen nicht als eine Therapie-Nebenwirkung zu verstehen ist, sondern dass nachhaltige, echte Heilung den Gesetzmässigkeiten „von innen nach aussen, von oben nach unten, von wichtigen zu unwichtigen Organen und in umgekehrter Reihenfolge des Auftretens“ unterliegt.

Ich bleibe bei meiner Hypothese – die „Hering’sche Regel“ gilt nicht nur in der Homöopathie.

 

Quellenangaben

Gute Nachricht Bibel (2000): Markus 5,25 und Jakobus 5,15. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Regulationsbiologie LF 02 (2011), Hauptteil, S. 6 und 7, Typische Symptomverläufe in der Homöopathie. Die „Hering’sche Regel“.

Wikipedia (2011): Constantin Hering. Zugriff am 16.04.2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_Hering