Praxis für Komplementärmedizin
Dr. scient. med. Esther Granitzer MSc

Dinkel macht glücklich und gesund

Esther Granitzer, 14. August 2011

 

Facharbeit Regulative Verfahren

Masterstudium MSc für komplementäre, psychosoziale und integrative Medizin

 

Verfahren unterschiedlicher Kulturen: Ayurveda – Traditionelle Chinesische Medizin – Hildegard-Medizin

 

Dinkel macht glücklich und gesund

 

Einleitung

In dieser Facharbeit beziehe ich mich auf den Hinweis „Dinkel….diese alte Kulturpflanze ist ein Vorläufer des Weizens und wurde von Hildegard von Bingen als das „beste Getreide“ bezeichnet.“, welcher im Lernfeld 07 auf der Seite 18 im Kapitel 5 „Hildegard-Medizin“ erwähnt wird (Methoden / Regulative Verfahren LF 07, 2011). Viele Menschen fühlen sich unglücklich und krank. Eine Ursache dafür kann eine falsche Ernährungsweise sein. Dinkel hingegen ist ein wahrer König unter den Getreiden und macht glücklich und gesund.

 

Hypothese

Dinkel macht glücklich und gesund

 

Methoden

-berufliche und private Erfahrungen

-Internetrecherche

-Literaturrecherche

 

Ergebnis

Im südwestlichen Teil Asiens war Dinkel (Triticum aestivum) schon vor 15‘000 Jahren als Kulturpflanze bekannt. Archäologische Funde beweisen, dass Spelz, wie der enge Verwandte des heutigen Weizens auch noch genannt wird, seinen Weg bereits in der Jungsteinzeit in den mittel- und nordeuropäischen Alpenraum fand und anschliessend auch weiter angebaut wurde. Ab 1700 vor Christus kam Dinkel bereits in der Deutschschweiz vor und im 18. Jahrhundert war er in Europa ein sehr wichtiges Handelsgetreide, wie die deutschen Ortsnamen Dinkelshausen und Dinkelsbühl belegen (Wikipedia, 2011a). Im 20. Jahrhundert sank die Bedeutung des Dinkels dann wieder allmählich, da sich der Ertrag dieses Getreides nicht wie jener des Weizens, durch intensive Düngung, steigern liess. Das Gegenteil war der Fall. Auf stark gedüngtem Boden werden die Halme des Dinkels bis zu 170cm lang und die Pflanze kippt um. Zudem schien der Dinkelanbau auch durch das mühsame Entspelzen des Korns gänzlich unrentabel zu sein. Zur Massenproduktion war der Dinkel also völlig ungeeignet. Dafür waren vor allem Bio-Bauern bereit, sich dem Anbau dieses Getreides anzunehmen und Qualität vor Quantität zu stellen, denn für den ökologischen Anbau ist der Dinkelspelz geradezu ideal, da er anspruchsloser als Weizen ist, auf mageren Böden gedeiht und auch starken Frost verträgt. Die Spelzhülle, welche das Korn umgibt, schützt gegen Schadstoffe, Pilzkrankheiten und Schädlinge. Dadurch ist Dinkel auch weniger mit Umweltgiften und Radioaktivität belastet, als andere Getreidearten (EVE, 2011).

Der im Zusammenhang mit dem Dinkel wohl bekannteste Name ist jener der Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Sie war Benediktinerin, Mystikerin und Wissenschaftlerin und gründete im Jahre 1148 das damalige Kloster Rupertsberg im Rheinland-Pfalzgebiet, welchem sie als Priorin vorstand und das später von den Schweden zerstört wurde (Wikipedia, 2011b). In ihrem Werk „Physica - Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum“ schreibt die Heilkundige über den Dinkel: „Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst ein rechtes Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit. Und wie immer zubereitet man ihn isst, sei es als Brot, sei es als andere Speise, ist er gut und lieblich und süss.“ (Physica, 2010).

Dass der Verzehr von Dinkel sehr gesund ist, konnte Prof. Dr. Wolfgang Weuffen von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald schon im Jahre 1996 nachweisen. Dinkel hat von allen Getreidearten den höchsten Anteil am Wachstumsfaktor Thiocyanat, welcher früher auch Rhodanid (Wikipedia, 2011c) genannt wurde. Dieser Faktor, welcher sich als Aktivator auch in der Muttermilch wiederfindet und für das Wachstum und die Vitalisierung des Säuglings verantwortlich ist, stimuliert auch die Blutbildung, die Immunabwehr, das Zellwachstum und die Keimbildung und ist für die antiallergische Wirkung des Dinkels verantwortlich. Auch kanzerogene Stoffe, wie freie Radikale und Gifte können durch den Wirkstoff Thiocyanat nicht durch die Zellmembran in die Körperzellen eindringen (Strehlow, 2009).

Auch gemäss Dr. sc. Friedrich Longin, dem Wissenschaftlichen Leiter für Getreideanbau an der Universität Hohenheim, ist Dinkel aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr wertvoll und sogar viel gesünder als Weizen, da er mehr und höherwertiges Eiweiss enthält. Dinkel weist auch einen höheren Gehalt an den Mineralstoffen Zink, Selen und Kupfer auf, als andere Getreidesorten und enthält auch mehr Vitamin A, B1, B2, B6, D und E (Longin, 2010). Zudem sättigt der Ballaststoffgehalt von Dinkel besonders lange, liefert auch für Vegetarier eine ausreichende Proteinmenge und da Spelz einen sehr tiefen Fettgehalt von 2,7g pro 100g Getreide aufweist, hilft er figurbewussten Menschen in Form zu bleiben. Bemerkenswert ist auch der hohe Gehalt an Silicea, der Stoff, der Nägel und Haare festigt, zu straffem Bindegewebe und schöner Haut verhilft. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Inhaltsstoffe des Dinkels die Konzentration und das Denkvermögen fördern und der hohe Magnesium- und Chromgehalt sich zudem positiv auf unser Gemüt auswirkt. Last but not least gilt Dinkel mit seinem reichlichen Angebot an den Aminosäuren Tryptophan und Tyrosin als Stimmungsaufheller par excellence und macht vor allem auch noch glücklich (Womenweb, 2011).

 

Diskussion

Nehmen wir uns ein Beispiel am Dinkel….er lässt sich nicht wie andere Getreidesorten, durch mehr Dünger zu unnatürlicher Höchstleistung trimmen. Dinkel lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, hat seinen eigenen Rhythmus und schenkt dem Menschen, der sein natürliches Wachstum achtet und schätzt, seine besondere Qualität. Aus meiner beruflichen, sowie auch eigenen privaten Erfahrung darf ich berichten, dass auch ich schon sehr viele positive Erfahrungen mit der wohltuenden Wirkung des Dinkels machen durfte, sei es als „Energieguetzli“ nach Hildegard von Bingen oder in Form meiner „Lieblings-Dinkel-Nudeln“. Ich bleibe bei meiner Hypothese „Dinkel macht glücklich und gesund“.

 

Quellenangaben

Bingen v., H. (2010, Oktober): Physica. De Gruyter Verlag, Berlin

 

EVE (2011): Ernährung, Vitalität, erleben. Dinkel, ein herausragendes Korn. Zugriff am 14. August 2011 http://www.eve-magazin.de/sixcms/detail.php?id=23768

 

Longin, F. (2010, Juli): Dinkel ist gesünder als Weizen. Zugriff am 14. August 2011 http://www.gesund-magazin.de/dinkel-urgetreide-urkorn-einkorn-emmer

 

Methoden / Regulative Verfahren LF 07 (2011): Kapitel 5, Seite 18 „Verfahren unterschiedlicher Kulturen: Ayurveda – Traditionelle Chinesische Medizin – Hildegard-Medizin“

 

Strehlow, W. (2009): Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen. Zugriff am 14. August 2011         http://www.st- hildegard.com/149.html

 

Wikipedia (2011a): Dinkel. Zugriff am 14. August 2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Dinkel

 

Wikipedia (2011b): Hildegard von Bingen. Zugriff am 14. August 2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard _von_Bingen

 

Wikipedia (2011c): Thiocyanate. Zugriff am 14. August 2011 http://de.wikipedia.org/wiki/Thiocyanate

 

Womenweb (2011): Dinkel – König der Getreide. Zugriff am 14. August 2011 http://www.womenweb.de/ kochen-und-ernaehrung/kochrezepte/dinkel.1.was-ist-so-gesund-am-dinkel.html